Studierende der Werkstofftechnik und der Fachschaft der TH Nürnberg mit einem symbolischen Scheck über das Preisgeld. © Prof. Dr. Bastian Raab
Wer heute MatWerk studiert, ist meist nicht gezielt im Fach gelandet. Das ist eines der zentralen Ergebnisse einer Studierendenbefragung, die die AG Nachwuchs von BV MatWerk und StMW zwischen November 2025 und Februar 2026 durchgeführt hat. 23 Hochschulen haben sich beteiligt und es konnten 304 Antworten ausgewertet werden.
Das Fach hat ein Sichtbarkeitsproblem, kein Relevanzproblem. Das ist eines der wichtigsten Erkenntnisse. 82% der Befragten würden den Studiengang weiterempfehlen, 66% würden ihn wieder wählen. Das Themenfeld Material haben die Studierenden in den meisten Fällen erst in der Oberstufe, nach dem Abitur, in einer Ausbildung oder einem Erststudium, wie etwa Werkstoffkunde im Maschinenbau, überhaupt kennengelernt.
„Alle Studierenden kennen das Problem, dass sie jedem erklären müssen, was Materialwissenschaft ist, […] da fast nirgendwo, wo Materialwissenschaft drinsteckt, auch Materialwissenschaft ‚draufsteht‘ (z.B. Mobilität, Raumfahrt, Medizintechnik […])“. Genau hier liegt die Herausforderung: ein Fach, das kaum jemand kennt, wird nur selten aktiv gewählt.
Die Studierenden der Umfrage gaben an, wie sie auf das Studienfach konkret aufmerksam geworden sind: etwa 80% haben sich aktiv über die Webseiten der jeweiligen Hochschulen informiert. Die dortigen Angaben zum Studium, Inhalten und Berufsperspektive sind häufig das Erste, womit angehende Studierende in Kontakt kommen. Auch persönliche Empfehlungen und echte Erfahrungsberichte anderer Studierender bewegen Schülerinnen und Schüler dazu, Materialwissenschaft zu wählen. Zusammen mit authentischen Einblicken in den Laboralltag könnte ergänzend zu Webseiten der Hochschulen Social Media gezielt für die Nachwuchswerbung genutzt werden.
Ein zentraler Bestandteil der Umfrage waren Freitextantworten, in denen die Studierenden ihre Einschätzung zum Studiengang der MatWerk abgeben konnten. Insgesamt zeigten sich die Befragten überwiegend zufrieden, äußerten jedoch auch Verbesserungsvorschläge.
Generell wünschen sich die meisten Antwortenden mehr Sichtbarkeit für das Themengebiet durch eine gezieltere Kommunikation der Relevanz in Bezug auf Nachhaltigkeit, Energiewende und weitere Zukunftsthemen. Häufig würden MatWerk-Themen zwar im Chemie- und Physikunterricht behandelt, ohne jedoch die Eigenständigkeit des Fachgebiets zu vermitteln. Im Studium werden mehr Einblicke in die Praxis, klare Berufsbilder und speziell zu Beginn des Studiums mehr Laborerfahrung gefordert. Auch eine bessere Studienorganisation wird häufig genannt. Internationale Studierende wünschen sich zusätzlich konkrete Unterstützung bei der Orientierung und beim Berufseinstieg in Deutschland.
Auszeichnung für die motivierteste Hochschule
Besonders motiviert an der Umfrage zeigten sich die TH Nürnberg und die Universität des Saarlandes. Dieses Engagement wurde mit jeweils 250 Euro honoriert. Möglich wurde dies durch das Sponsoring der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde e.V. (DGM) und der BV MatWerk. Unser Dank gilt allen Teilnehmenden der Umfrage.
Deutschland braucht Innovationen. Innovationen brauchen Materialforschung. Positionspapier der BV MatWerk
Pressekontakt: infobvmatwerk.de